Die Kurzantwort
Das Normmaß ist 170 × 75 cm. Bequem liegt man darin bis etwa 1,75 m Körpergröße; wer größer ist, sollte 180 cm Außenlänge oder mehr wählen. Entscheidend ist die Innenlänge am Boden, nicht die Außenlänge. Gemessen wird die freie Wandlänge an mehreren Stellen, dazu kommen Bewegungsflächen vor der Wanne.
Eine Badewanne passt dann, wenn zwei Dinge stimmen: Sie passt in den Raum, und Sie passen in die Wanne. Beides klingt selbstverständlich, und doch scheitern viele Käufe an genau diesen Punkten. Dieser Ratgeber erklärt die üblichen Maße, den Unterschied zwischen Außen- und Innenmaß und wie Sie Ihr Bad richtig ausmessen.
Übliche Größen der Badewanne
Badewannen werden meist nach ihren Außenmaßen angeboten, Länge mal Breite in Zentimetern. Das verbreitete Normmaß ist 170 × 75 cm. Es passt in die meisten Bäder von Wohnungen und Reihenhäusern und ist deshalb auch beim Zubehör – Wannenträger, Schürzen, Duschaufsätze – am besten versorgt.
Daneben gibt es eine ganze Spanne:
- Kurze Wannen mit 110 bis 150 cm Länge für kleine Bäder, Dachschrägen oder als Sitzwanne. Sie eignen sich gut für Kinder und zum Duschen, zum Liegen weniger.
- Lange Wannen mit 180 bis 190 cm und 80 bis 90 cm Breite für große Menschen und große Bäder.
- Eckwannen werden über ihre beiden Schenkel angegeben, etwa 140 × 140 cm oder 160 × 90 cm.
- Freistehende Wannen sind außen oft etwas größer, weil die doppelte Wandung mehr Material braucht. Eine freistehende Wanne mit 170 cm Außenlänge bietet innen meist weniger Platz als eine Einbauwanne gleicher Länge.
Die Höhe liegt bei den meisten Wannen zwischen 45 und 60 cm. Eine hohe Wanne fasst mehr Wasser und lässt Sie tiefer eintauchen, ist aber schwerer zu besteigen – für ältere Menschen ein wichtiger Punkt.
Innenlänge und Körpergröße
Für das Liegegefühl zählt nicht die Außenlänge, sondern die Innenlänge am Boden und die Neigung der Rückenlehne. Der Rand nimmt rundum einige Zentimeter weg, die schräge Rückenlehne noch einmal 15 bis 20 cm. Aus 170 cm außen werden so oft nur 150 bis 155 cm nutzbare Liegefläche.
Als grobe Faustregel gilt: Die Außenlänge sollte mindestens der eigenen Körpergröße entsprechen, damit man mit angewinkelten Knien bis zu den Schultern im Wasser liegt. Für eine Person mit 1,75 m reicht damit das Normmaß von 170 cm, ab etwa 1,80 m lohnt eine Wanne mit 180 cm. Wer ganz ausgestreckt liegen möchte, braucht deutlich mehr. Bei zwei Personen ist eine Duo-Wanne mit mittigem Ablauf und mindestens 180 × 80 cm sinnvoll; sonst sitzt eine Person auf dem Ablauf.
Viele Datenblätter nennen die Innenmaße oder zeigen eine Zeichnung mit Maßangaben. Ein Blick darauf lohnt sich, besonders bei Körperformwannen, die an den Füßen deutlich schmaler werden.
Richtig messen
Gemessen wird die freie Länge der Wand oder Nische, in der die Wanne stehen soll. Messen Sie an mindestens drei Stellen – unten, in Wannenhöhe und weiter oben –, denn Wände sind selten exakt parallel. Maßgeblich ist der kleinste Wert. Bei einer Einbauwanne darf die Wanne einige Millimeter kürzer sein als die Nische; die Fuge schließen Dichtband und Silikon. Länger als die Nische darf sie natürlich nicht sein.
Bei einer Sanierung zählt außerdem, wo der Abfluss liegt. Eine neue Wanne mit Ablauf auf der anderen Seite oder in der Mitte erfordert oft, die Leitung zu verlegen. Prüfen Sie auch, ob Fenster, Heizkörper oder Dachschrägen in den Wannenbereich ragen und ob die Wanne durch Tür und Treppenhaus passt. Eine große Eckwanne lässt sich nicht kippen wie ein Schrank.
Bewegungsflächen im Bad
Eine Wanne braucht davor Platz zum Ein- und Aussteigen und zum Abtrocknen. In der Badplanung rechnet man vor der Längsseite mit einer freien Fläche von etwa 90 cm Tiefe. Die Tür sollte nicht gegen den Wannenrand schlagen, und zwischen Wanne und Waschbecken oder WC sollten seitlich 20 bis 25 cm frei bleiben. Bei freistehenden Wannen kommen rundum mindestens 15 bis 20 cm zur Wand dazu, damit Sie putzen können; mehr dazu in Freistehende Badewanne: Platz, Anschluss, Statik.
Ist das Bad sehr klein, lohnt ein Blick auf Raumsparwannen mit Duschzone oder auf die Frage, ob eine Dusche nicht die bessere Lösung ist. Beides vergleicht der Ratgeber Badewanne oder Dusche – oder beides?.
Wasser und Gewicht
Mit der Größe wächst die Füllmenge. Eine Wanne mit 170 × 75 cm fasst bis zum Überlauf meist 150 bis 200 Liter, große Wannen und Eckwannen 250 bis 400 Liter. Für ein Vollbad wird nicht bis zum Überlauf gefüllt, und der Körper verdrängt einen Teil, trotzdem sollte der Warmwasserspeicher zur Wanne passen. Gefüllt bringt eine große Wanne mit Person mehrere hundert Kilogramm auf den Boden – bei Holzbalkendecken eine Frage für den Statiker. Die Füllmenge zeigen wir im Detailfenster, wenn der Hersteller sie nennt.
Kurz zusammengefasst
Prüfen Sie zuerst die freie Wandlänge, dann Ihre Körpergröße, dann die Ausstattung. Das Normmaß 170 × 75 cm passt für viele, aber nicht für alle. Wer groß ist oder zu zweit baden will, plant 180 cm und mehr. Den schnellsten Weg zur passenden Länge bietet unser Berater.
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