Freistehende Badewanne: Platz, Anschluss, Statik

Redaktion Badewannenfinder · Zuletzt geprüft: · 7 Min. Lesezeit

Die Kurzantwort

Eine freistehende Wanne braucht rundum mindestens 15 bis 20 cm Abstand zur Wand, einen Abfluss im Boden an der richtigen Stelle und eine Stand- oder Wandarmatur. Gefüllt wiegt sie mit Person schnell über 300 Kilogramm. In Neubauten ist das meist unproblematisch, bei Sanierungen und Holzbalkendecken lohnt die frühe Planung.

Eine freistehende Badewanne ist der Wunsch vieler, die ein Bad neu planen. Sie wirkt großzügig, macht das Bad zum Wohnraum und lässt sich rundum reinigen. Damit sie im Alltag hält, was sie im Katalog verspricht, müssen Platz, Anschlüsse und Tragfähigkeit stimmen. Dieser Ratgeber geht die Punkte der Reihe nach durch.

Wie viel Platz nötig ist

Die Außenmaße einer freistehenden Wanne liegen meist bei 160 bis 180 cm Länge und 75 bis 90 cm Breite. Hinzu kommt der Abstand zur Wand. Mindestens 15 bis 20 cm sollten es sein, damit Sie mit Lappen und Hand hinter die Wanne kommen; besser sind 30 cm und mehr, wenn das Bad es hergibt. Steht die Wanne zu dicht an der Wand, sammelt sich dahinter Staub und Feuchtigkeit, und der Effekt der freistehenden Wanne geht verloren.

Vor der Einstiegsseite brauchen Sie wie bei jeder Wanne eine freie Fläche von etwa 90 cm Tiefe. Für eine Wanne mit 170 × 80 cm ergibt sich daraus ein Bereich von rund 2,1 × 1,9 m, wenn die Wanne mit einer Längsseite zur Wand steht. Mitten im Raum braucht sie noch mehr. In kleinen Bädern ist eine Vorwand-Wanne – oft halbfreistehend genannt – die bessere Wahl: Sie hat eine gerade Rückseite, steht direkt an der Wand und wirkt von vorn trotzdem wie eine freistehende Wanne.

Freistehende Badewanne: Anschluss im Boden

Bei einer Einbauwanne verschwinden Ablauf und Siphon unter der Wanne, hinter der Schürze. Bei einer freistehenden Wanne gibt es keine Schürze. Der Ablauf führt deshalb senkrecht in den Boden, und die Abflussleitung muss genau dort liegen, wo der Ablauf der Wanne sitzt. Im Neubau wird das im Estrich vorbereitet. Bei einer Sanierung bedeutet es oft, den Boden zu öffnen, eine Leitung mit ausreichendem Gefälle zu verlegen und neu zu fliesen.

Prüfen Sie im Datenblatt, wo der Ablauf liegt – mittig, an einem Ende oder seitlich versetzt – und ob die Wanne mit einer passenden Ab- und Überlaufgarnitur geliefert wird. Viele freistehende Wannen haben einen sichtbaren Überlauf im Wannenrand oder einen verdeckten im Inneren der doppelten Wandung. Einige Modelle sind höhenverstellbar, damit sich kleine Unebenheiten im Boden ausgleichen lassen.

Die passende Armatur

Für das Wasser gibt es drei Wege. Die Standarmatur kommt frei aus dem Boden neben der Wanne; ihre Anschlüsse für Warm- und Kaltwasser müssen wie der Abfluss unter dem Estrich liegen. Die Wandarmatur mit langem Auslauf funktioniert, wenn die Wanne nah genug an einer Wand steht – in der Regel bei Vorwand-Wannen. Die Wannenrandarmatur sitzt auf einem breiten Rand und kommt bei freistehenden Wannen selten vor, weil die meisten keinen Hahnlochbereich haben.

Welche Lösung passt, entscheidet sich also schon bei der Planung des Bodens. Wer später umstellen möchte, muss erneut öffnen. Lassen Sie sich die Position von Ablauf und Armatur vor dem Estrich vom Installateur bestätigen.

Gewicht und Tragfähigkeit

Eine leere freistehende Acrylwanne wiegt meist 30 bis 60 Kilogramm, eine Wanne aus Mineralguss 100 bis 200 Kilogramm. Gefüllt kommen 150 bis 250 Liter Wasser dazu, also ebenso viele Kilogramm, und die badende Person. Zusammen lasten damit schnell 300 bis 450 Kilogramm auf einer Fläche von gut einem Quadratmeter – konzentriert auf die Füße oder den Sockel der Wanne.

Massive Betondecken in Wohnhäusern tragen das in aller Regel ohne Weiteres. Bei Holzbalkendecken in Altbauten, Dachgeschossen und Fachwerkhäusern sieht es anders aus. Dort sollte ein Statiker oder Tragwerksplaner beurteilen, ob die Decke die Last aufnimmt oder ob eine Lastverteilung nötig ist. Das gilt besonders für Mineralgusswannen. Den Gewichtsunterschied der Materialien erklärt Acryl, Stahl-Email oder Mineralguss?.

Lieferung und Montage

Freistehende Wannen kommen als Sperrgut, meist auf einer Palette. Prüfen Sie vorher, ob die Wanne durch Haustür, Treppenhaus und Badtür passt – eine ovale Wanne mit 80 cm Breite lässt sich nicht beliebig drehen. Mineralgusswannen brauchen zum Tragen mehrere Personen. Für den Anschluss an Abfluss und Wasser ist ein Installateur die richtige Wahl, weil Dichtigkeit und Gefälle hier über Jahre entscheiden.

Kurz zusammengefasst

Eine freistehende Badewanne braucht Platz rundum, einen Abfluss im Boden und eine früh geplante Armatur. In Neubauten ist das gut lösbar, bei Sanierungen ist der Boden der größte Posten. In kleinen Bädern sind Vorwand-Modelle eine gute Alternative. Passende Modelle finden Sie unter Freistehende Badewannen.

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